Mit der Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Schönau entwickelt Steffisburg den Standort gezielt als Oberstufe weiter. Künftig sollen alle Oberstufenklassen der Gemeinde unter einem Dach, an einem Standort unterrichtet werden.
Grundlage für die Weiterentwicklung bilden ein Studienauftrag und das daraus resultierende Siegerprojekt «Mosaik» des Planungsteams um Brügger Architekten (Thun) und Studio Lima (Bern). Den Entscheid für dieses Projekt fällte im Januar 2026 ein Beurteilungsgremium, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde und der Schule sowie externen Fachpersonen. «Mosaik» - das Ende März 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt wird - verbindet die Sanierung der bestehenden Gebäude Schönau I, Schönau II und der Aula mit einem Neubau.
Der Neubau Schönau III ersetzt den heutigen Spezialtrakt. Er bietet flexible, effizient nutzbare Grundrisse und schafft damit optimale Voraussetzungen für unterschiedliche Unterrichtsformen und einen zukunftsfähigen Schulbetrieb.
Auch der Aussenraum erfährt eine Aufwertung. Im Zentrum der durchwegs barrierefreien Anlage entsteht mehr Raum für einen identitätsstiftenden Pausenplatz und für Begegnung, Bewegung und Aufenthalt. Weitere Aufenthalts- und Lernorte sind auf den Dachflächen von Schönau II und Schönau III vorgesehen. Gleichzeitig werden Teile des Areals entsiegelt und ökologisch aufgewertet.
Das Projekt setzt zudem auf einen sorgfältigen Umgang mit Ressourcen. Beim Rückbau des Spezialtrakts wird sorgfältig geprüft, welche Bauteile sich wiederverwenden lassen.

Das Siegerprojekt vom Planungsteam um Brügger Architekten (Thun) und Studio Lima (Bern) stärkt die Schulanlage Schönau mit einer klaren räumlichen Idee und einer funktional überzeugenden Struktur. Neben der Sanierung sieht das Projekt «Mosaik» Teilsanierungen von Schönau I (Baujahr 1959), Schönau II (1970) sowie Aula vor und einen Neubau. Das neue Gebäude «Schönau III» ersetzt den bisherigen Spezialtrakt. Im Vergleich mit dem Spezialtrakt wird Schönau III südlich verschoben, was im Zentrum der Anlage mehr Raum gibt für einen grosszügigen Schulhausplatz mit identitätsstiftendem Charakter. Dieser Platz bietet etliche Bewegungs- und Spielmöglichkeiten. Weitere Aufenthalts- und Lernorte sind auf Dachflächen von Schönau II und Schönau III vorgesehen. Das Areal wird zudem durchgehend hindernisfrei gestaltet.
Mit dem Studienauftrag war auch die Art der Total- und Teilsanierung zu klären. Es ging um die Frage, ob die zusätzlich benötigten Räume durch Anbauten, Aufstockungen oder teilweise Neubauten geschaffen werden sollen. Der heutige Spezialtrakt erreicht das Ende seines Lebenszyklus. Das Beurteilungsgremium erachtet einen Neubau als notwendig, weil die bestehenden Strukturen grundlegende Mängel aufweisen, etwa bei Raumaufteilung und technischer Infrastruktur, die eine Sanierung nur unzureichend beheben würde. Schönau III bietet flexible, effizient nutzbare Grundrisse für unterschiedliche Unterrichtsformen, vom klassischen Frontalunterricht über Gruppenarbeiten bis zum projektorientierten Arbeiten in offenen Lernlandschaften. Die Struktur schafft gute Voraussetzungen für einen zukunftsfähigen Schulbetrieb. Eine Sanierung des Spezialtrakts mit konsequenter Anpassung an heutige und künftige Anforderungen würde unverhältnismässige Eingriffe erfordern, mit unsicherem Ergebnis.
Die nutzbaren Dachflächen betreffen Schönau II und den Neubau Schönau III. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt in der nächsten Projektphase. Denkbar sind zusätzliche Unterrichts- und Aufenthaltsorte im Freien, etwa in Form von «grünen Klassenzimmern», Freiluft-Lernräumen oder Pausenbereichen. Ob und wie intensiv diese Flächen im Schulalltag genutzt werden, hängt von Zugänglichkeit, Witterung und organisatorischer Einbindung ab. Die sichere und sinnvolle Ausgestaltung wird im weiteren Planungsprozess konkretisiert.
Im Zentrum entsteht der grosszügige, von Bäumen begleitete Schulhausplatz. Damit erhält der Aussenraum eine klare Mitte, die Orientierung schafft, den Charakter der Anlage stärkt und Raum bietet für Begegnung und Bewegung, für Pause und Rückzug. Das Schulareal ist durchwegs barrierefrei, zudem haben die Nutzenden die Möglichkeit, witterungsgeschützt von Gebäude zu Gebäude zu gelangen. Teile des Areals werden entsiegelt und ökologisch aufgewertet. Die Bäume verbessern nicht nur das Mikroklima, sondern schaffen auch Schattenplätze für Aufenthalt und Unterricht im Freien. Das Oberflächenwasser versickert nach dem Prinzip der «Schwammstadt» möglichst vor Ort und kommt der Vegetation auf dem Areal zugute. So entsteht ein Aussenraum, der attraktive Aufenthaltsorte, ökologische Aufwertung und einen funktionierenden Schulalltag verbindet.
Das Siegerprojekt sieht rund 240 Velo- und 5 Autoabstellplätze vor. Weitere Parkmöglichkeiten für den motorisierten Individualverkehr bieten sich in der Tiefgarage der benachbarten neuen Dreifach-Turnhalle. Ein grosser Teil der Veloparkierung ist gedeckt und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Hauptzugängen der Anlage. Sie dient auch als Abstellfläche für Mofas. Die genaue Ausgestaltung und Zuordnung wird in der nächsten Projektphase weiter konkretisiert.
Das Projekt verbindet Neubau und sorgfältige Erneuerung des Bestands mit einem überzeugten Nachhaltigkeitsanspruch. Die bestehenden Gebäude Schönau I, Schönau II und die Aula werden gezielt modernisiert. Dieser Ansatz bewahrt einen grossen Teil der bereits gebundenen grauen Energie. Beim Rückbau des Spezialtrakts prüft das Planungsteam systematisch, welche Bauteile für eine Wiederverwendung im Neubau oder bei der Sanierung geeignet sind. Diese Re-Use-Strategie senkt den Ressourcenverbrauch, unterstreicht den ökologischen Anspruch des Projekts und stärkt die Verbindung zwischen Bestand und Neubau. Die Reduktion des ökologischen Fussabdrucks zeigt nicht zuletzt auch den Nutzenden, was es heisst, respektvoll mit vorhandenen Materialien umzugehen. Der Neubau folgt einer kompakten Bauweise mit effizienten Grundrissen. Das Projekt nutzt Fernwärme für Heizung und Warmwasser und sieht auf geeigneten Dachflächen Photovoltaikanlagen vor.
Das Beurteilungsgremium befasste sich eingehend mit dem durch den Rückbau verbundenen Verlust grauer Energie, kam aber zum Schluss, dass die langfristige funktionale und energetische Qualität des Gesamtkonzepts überwiegt. Die Gemeinde als Auftraggeberin legt grossen Wert auf eine verantwortungsvolle Nutzung der Ressourcen. Wie beim Entscheid zum Neubau wird sie auch bei der Auswahl der Baumaterialien und -methoden ein grosses Augenmerk auf Nachhaltigkeit legen, um die kommunalen Klimaziele zu erreichen.
Das Beurteilungsgremium hat das Projekt «Mosaik» trotz der ungenügenden Tageslichtsituation im Untergeschoss zur Weiterbearbeitung empfohlen, weil es diese Problematik als behebbare Herausforderung erachtet. Im nächsten Planungsschritt wird eine geeignete Lösung zur Verbesserung der Belichtung erarbeitet. Mögliche Ansätze sind die Optimierung der Lichtschächte, der Einsatz von Lichtlenkungssystemen und eine verbesserte künstliche Beleuchtung.
Die Fassadengestaltung wird sorgfältig weiterentwickelt. Dabei geht es um den Ausdruck der einzelnen Gebäude, also keine allzu starke Vereinheitlichung der Fassaden, um konstruktive Fragen wie Sonnenschutz und öffenbare Fenster und um den Umgang mit dem bestehenden Wandbild an der Ostseite der Fassade von Schönau I, einem charakteristischen Element aus der Entstehungszeit. Auch die sichere und unproblematische Ausgestaltung der Dachnutzung wird im weiteren Planungsprozess konkretisiert, damit diese Lernorte im Schulalltag sinnvoll und bedenkenlos funktionieren. Schliesslich werden Bauablauf, Etappierung und der Bedarf von Provisorien präzisiert. Angestrebt werden weiterhin ein gut organisierter Bau unter laufendem Schulbetrieb und ein wirtschaftlich tragfähiges Gesamtprojekt.
Die Realisierung erfolgt etappiert. Zuerst wird ein temporäres Provisorium erstellt, das während Rück- und Neubau die Funktionen des heutigen Spezialtrakts übernimmt und die Weiterführung des Unterrichts sicherstellt. Danach folgen der Rückbau des Spezialtrakts und der Neubau von Schönau III. Nach Fertigstellung und Bezug von Schönau III werden die bestehenden Gebäude Schönau I, Aula und Schönau II in klar definierten Bauabschnitten saniert. Der Ablauf wird in der nächsten Projektphase konkretisiert. Ziel bleibt eine Umsetzung, die den Schulbetrieb während der Bauzeit so gut und so sicher wie möglich gewährleistet.
Die Gemeinde Steffisburg lancierte im Juni 2025 einen Studienauftrag. Zuvor hatte der Grosse Gemeinderat den Planungskredit bewilligt und im Rahmen der Schulraumplanung die Zentralisierung der Oberstufe am Standort Schönau beschlossen. Im Rahmen einer Präqualifikation wählte das Beurteilungsgremium, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde und der Schule sowie externen Fachpersonen, drei Planungsteams aus, die bis Ende 2025 Projektstudien erarbeiteten. Das Verfahren umfasste unter anderem ein Startkolloquium und eine Zwischenbesprechung mit Rückmeldungen des Gremiums. Am 14. Januar 2026 empfahl das Beurteilungsgremium einstimmig das Projekt «Mosaik» zur Weiterbearbeitung. «Mosaik» stammt vom Team um Brügger Architekten (Thun) und Studio Lima (Bern). Es überzeugte die Jury gleichermassen mit der klaren räumlichen Setzung und mit der Einbindung in den bestehenden Kontext.
Es mangelt namentlich an mehreren Gruppen- und Fachräumen, die im Raumangebot einer zeitgemässen Schule nicht fehlen dürfen. Aktuell führt die Gemeinde 20 Oberstufenklassen, mit der Erweiterung der Schulanlage Schönau wäre Platz für 22 Klassen vorhanden.
In der nächsten Projektphase erfolgt die Vertiefung. Dabei geht es um Fragen der Ausgestaltung, Nutzung und Detailplanung. Die Einbindung der Nutzenden sowie weiterer Interessengruppen ist ausdrücklich vorgesehen, namentlich betreffend Aussenraum. Die Art und Weise der Partizipation ist aber noch nicht definiert. Das Projekt durchläuft die ordentlichen politischen Verfahren. Die Bevölkerung wird zum gegebenen Zeitpunkt an der Urne abstimmen, über das Projekt und den Kredit, sobald Klarheit herrscht betreffend Folgekosten. Bei der Vorbereitung des Studienauftrags hatte die Kerngruppe Bildung aktiv mitgewirkt. Zu den wichtigsten Grundlagen des Projektes zählt das Richtraumprogramm, das die Kerngruppe Bildung mit Einbezug beider Oberstufenkollegien diskutiert, geprüft und ergänzt hatte.
Die Kostenschätzungen aus der Machbarkeitsstudie 2024 prognostizierten eine Gesamtinvestition von rund 35 Millionen Franken inklusive Nebenkosten und Mehrwertsteuer. Nicht enthalten waren darin die Kosten für allfällige Provisorien. Von den drei Beiträgen aus dem Studienauftrag weist das Siegerprojekt sowohl die grösste Geschossfläche als auch den höchsten Neubauanteil auf, was entsprechend höhere Erstellungs-, Unterhalts- und Betriebskosten zur Folge hat. Dennoch liegt das Projekt unter dem vorgegebenen Kostendach. Die bisher nicht einkalkulierten Ausgaben für das Provisorium werden in die weitere Planung und Budgetierung einbezogen, mit besonderem Augenmerk auf eine wirtschaftlich tragfähige Lösung.
Sie war nicht Teil des Studienauftrags und bleibt in der bisherigen Form erhalten.
Planung und Bau der Anlage sind über einen Zeitraum von rund fünf Jahren vorgesehen. Ein konkreter Termin für den Baustart steht noch nicht fest. Unter der Voraussetzung, dass die weiteren Schritte betreffend Planung, politische Entscheide und Baugenehmigung reibungslos verlaufen, erscheint realistisch, dass die Bauarbeiten 2028 beginnen.