Alles unter einem Dach

Der nächste Meilenstein in der Schulraumplanung Steffisburg besteht in der Erneuerung der Anlage Schönau. Künftig sollen alle Oberstufenklassen der Gemeinde unter einem Dach unterrichtet werden.

Die heutige Schulanlage – bestehend aus dem Gebäude Schönau I aus dem Jahr 1959 und dem Trakt Schönau II von 1970 mit späterem Anbau, Spezialtrakt und Aula – ist in die Jahre gekommen. Viele Räume entsprechen nicht mehr den heutigen pädagogischen, funktionalen und baulichen Anforderungen. Eine zeitgemässe Lernumgebung braucht eine grundlegende Erneuerung.

Ebenso gefragt ist eine stärkere Freiraumqualität. Unterrichtsaktivitäten sollen auch draussen durchführbar sein. Erforderlich dafür sind ausreichend schattenspendende Bäume und eine Aussengestaltung, die durchwegs hindernisfrei ist.

Am 23. Juni 2025 startete der Studienauftrag für die Schönau; er dient als Grundlage für die darauffolgende Projektierung. Im Studienauftrag erarbeiten drei ausgewählte Planungsteams konkrete Lösungen. Ihr Auftrag: eine baulich und organisatorisch überzeugende Sanierungs- und Erweiterungslösung, die das bestehende Raumprogramm optimal erfüllt. Ohne Flächenverschwendung, aber mit klarem Blick auf die Bedürfnisse der Schule von morgen und übermorgen.

Fragen und Antworten

Für die Schönau I ist eine Totalsanierung vorgesehen (allenfalls ein Ersatzneubau), ebenso für den Spezialtrakt und die Aula, für die Schönau II eine Teilsanierung. Der Unterschied des Sanierungsgrads ist damit zu erklären, dass bei der Schönau II in den vergangenen 20 Jahren zweimal bauliche Massnahmen vorgenommen worden sind: 2005 eine Erweiterung und Sanierung, 2010 eine Fassadensanierung und der Einbau einer neuen Lüftung.

Zu klären ist letztlich die Art und Weise der Total- und Teilsanierungen. Es wird eine Antwort auf die Frage gesucht, ob die Bereitstellung der zusätzlich benötigten Räume und Flächen mittels Anbauten, Aufstockungen oder teilweisen Ersatzneubauten erfolgen soll. Nebst den Gebäuden spielt auch der Aussenraum eine wichtige Rolle für den Schulbetrieb und das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler. Damit sich Unterrichts- und weitere Aktivitäten auch draussen durchführen lassen, braucht es genügend schattenspendende Bäume und eine durchwegs hindernisfreie Gestaltung. Deshalb soll die heutige Freiraumqualität gestärkt und der Bezug zum Aussenraum der neuen Sport- und Freizeitanlage gewährleistet werden. Zudem ist im Studienauftrag zu berücksichtigen, dass die Turnhalle bestehen bleibt und die Nutzung erneuerbarer Energien, der Anschluss an bestehende technische Versorgungen und Erschliessungen gewährleistet sind.

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In einer Präqualifikation sind aus allen teilnehmenden Teams deren drei für die Teilnahme am Studienauftrag ausgewählt worden. Der Studienauftrag startet am 24. Juni 2025. Das Ziel besteht darin, das Verfahren bis Ende 2025 abzuschliessen und die Resultate Anfang 2026 der Bevölkerung zu präsentieren. Darauf folgt die Überarbeitung des siegreichen Projekts. Diese Überarbeitung gilt als Basis für das Vorprojekt. Den Studienauftrag begleitet ein Beurteilungsgremium, bestehend aus Mitgliedern der Gemeindeverwaltung, der Politik und der Schule sowie aus gemeindeinternen und externen Experten.

Die Schulanlage besteht aus dem Gebäude Schönau I aus dem Jahr 1959 und dem Schulhaustrakt Schönau II von 1970 inklusive 20-jährigem Anbau. Zusammen mit dem Spezialtrakt und der Aula, beide ebenfalls aus dem Jahr 1970, und der 70-jährigen Turnhalle schaffen die Gebäude in ihrer Mitte einen Freiraum, der als Pausenplatz, aber auch als Parkplatz und Ankunftsort für Autos und Velos dient. Aktuell besuchen die Primarschülerinnen und -schüler das Schulhaus Schönau I. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe werden mehrheitlich im Schulhaus Schönau II unterrichtet.

Die Gebäudetrakte der Schulanlage sind in die Jahre gekommen - entsprechende bauliche Massnahmen wären ohnehin nötig geworden, unabhängig vom Vorhaben, die Oberstufe zusammenzulegen. Die Räumlichkeiten entsprechen nur noch teilweise den heutigen Anforderungen an einen zeitgerechten Schulbetrieb (Lehrplan 21). Es fehlen ausreichende und zeitgerechte Flächen für individuelle Lern- und Lehrformen und Arbeits- und Aufenthaltsflächen für Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler, die Gebäudekapazität ist aber bereits heute vollständig ausgeschöpft.

Es mangelt namentlich an mehreren Gruppen- und Fachräumen, die im Raumangebot einer zeitgemässen Schule nicht fehlen dürfen. Aktuell führt die Gemeinde 20 Oberstufenklassen, mit der Erweiterung der Schulanlage Schönau wäre Platz für 22 Klassen vorhanden.

Die Unterrichtsmethoden sind heute grundlegend anders als früher. Der Lehrplan 21 verlangt ausreichend Gruppenräume, damit Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zum selbständigen Lernen erhalten. Heutzutage geht es im Unterricht verstärkt um individuelles Lernen, die persönliche Entfaltung spielt eine entscheidende Rolle. Das eigene Tun und Denken benötigen eine andere räumliche Ausgestaltung der Lernumgebungen. Damit es Kindern möglich ist, parallel unterschiedliche Arbeiten zu erledigen, sollten genügend Zimmer zur Verfügung stehen. Im zeitgerechten Unterricht gibt es neben der Wandtafel auch Laptops, Tablets oder Whiteboards. Gruppenräume und gut ausgestattete Fachräume gehören zum heutigen Bildungsstandard. 

Die Vorarbeiten zur Schulraumplanung zeigten, dass die fehlenden Räumlichkeiten nur mit einem Erweiterungsbau gewonnen werden können. Dank der soliden Bausubstanz der bestehenden Schulhäuser Schönau I und II werden für die Modernisierung und die Schaffung der notwendigen Schulraumflächen eine Erweiterung und/oder ein Ersatzneubau in Betracht gezogen. Der Schulbetrieb und die schulinternen Abläufe sind nach Möglichkeit zu optimieren. Die Aussenanlagen (Hartbelag, Rasenfläche, Parkplätze für Velos und Autos) sind ebenfalls neu zu konzipieren und dem Endzustand der Gebäude anzupassen. Ein Teilrückbau gewisser Gebäude ist denkbar. Detaillierte Vorschläge soll der Studienauftrag liefern.

Es liegt im besonderen Interesse der Auftraggeberin als öffentliche Bauherrschaft, dass die Mittel für dieses bedeutende Gemeindeprojekt ressourcenschonend eingesetzt werden.

Die Nachfrage für eine Tagesschule auf der Schulanlage Oberstufe Schönau ist nicht vorhanden. Deshalb ist keine Tagesschule geplant. 

Die Bauphase stellt für den laufenden Schulbetrieb eine grosse Herausforderung dar. Die Arbeiten müssen mit dem Schulbetrieb kompatibel sein. Die mit dem Studienauftrag betrauten Teams haben aufzuzeigen, wie eine eventuelle Etappierung aussehen könnte und ob Provisorien notwendig sind.