Fragen & Antworten

Schulraumplanung

Bei der Vorbereitung des Studienauftrags wirkte die Kerngruppe Bildung aktiv mit. Zu den wichtigsten Grundlagen des Projektes zählt das Richtraumprogramm, das von der Kerngruppe Bildung - mit Einbezug beider Oberstufenkollegien - diskutiert, geprüft und ergänzt worden ist. Damit die Projektziele weiterhin bestmöglich erfüllt werden, legt der Gemeinderat Wert darauf, dass in der nachgelagerten Projektierung mit Partizipationsgefässen die Bedürfnisse der verschiedenen Interessensgruppen gezielt abgefragt werden und schliesslich in die Planung einfliessen.

Die Planung für die Sanierung der Schulanlage Zulg soll voraussichtlich 2027 starten. Die Planung für die weiteren Schulanlagen folgt entsprechend und wird zum gegebenen Zeitpunkt kommuniziert.

Aus den Diskussionen in den Dialogräumen sind zwei Erkenntnisse besonders hervorzuheben. Erstens: Den Quartierschulhäusern wird in der Bevölkerung grosse Bedeutung zugemessen. Zweitens: Das «Herzstück» des Schulraums soll nicht zu gross sein – ein Schul-Campus mit möglichst vielen Kindern, Klassen und Stufen ist für Steffisburg aus pädagogischen Überlegungen nicht passend.

Die Zusammenlegung der Oberstufe an einem einzigen Standort birgt viel Potenzial für die Steigerung der ökonomischen Effizienz und der pädagogischen Qualität. Ein zentraler Standort erleichtert beispielsweise die tägliche Organisation und reduziert den Koordinationsaufwand für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen. Zudem werden die vorhandenen Räumlichkeiten besser ausgelastet, was eine wirtschaftlichere Betriebsführung ermöglicht.

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Steffisburg verzeichnet 16 500 Einwohnende (Stand: 28. Februar 2025), erstreckt sich über 13,35 Quadratkilometer und ist durch die weitläufige Quartiersentwicklung geprägt. Im Lauf der Jahrzehnte entstanden mehrere Kindergartenstandorte in den jeweiligen Wohnquartieren. Die neun Kindergartenstandorte sind auf fünf Einzugsgebiete zusammengefasst. Die Einzugsgebiete hängen im Kindergarten und in der 1. bis 4. Klasse im Wesentlichen von der Zumutbarkeit der Schulwege ab und variieren teilweise von Jahr zu Jahr. Die Grenzen zwischen den Einzugsgebieten verlaufen nicht starr, sondern eher dynamisch. So hat die Schulleitung die Möglichkeit, mit der Auslegung der Einzugsgebiete auf die schwankende Anzahl an Schülerinnen und Schülern zu reagieren und die Verteilung auf die einzelnen Standorte entsprechend zu steuern. Ab der 5. Klasse verliert das Einzugsgebiet etwas an Bedeutung, weil die Kinder in der Regel mit dem Velo zur Schule fahren. Ab diesem Zeitpunkt ist es möglich, dass sie auch an die Primarschulstandorte Schönau und Zulg zugeteilt werden.

Nach der Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Schönau werden alle Klassen der Oberstufe an diesem Standort unterrichtet. Mit der Fertigstellung der Oberstufe Schönau sind die Sanierung und der Umbau der Schulanlage Zulg geplant, die ausschliesslich Primarschulklassen aufnimmt.

Beim Studienauftrag handelt es sich um ein qualitätssicherndes Verfahren mit mehreren Planerteams, welches eine solide Grundlage für die nachfolgende Projektierung schafft und der Evaluation der besten Lösung dient. Der Auftrag an die Teams ist klar definiert: Gesucht werden Ideen für die Sanierung und die Erweiterung der bestehenden Schulgebäude mit optimaler Flächenausnutzung und der Einhaltung des vorgegebenen Raumprogramms. Die Lösung muss einen optimalen Schulbetrieb ermöglichen, die finanziellen Vorgaben einhalten, auf die Nachbarschaft, das Orts- und Landschaftsbild und die Aussenräume Rücksicht nehmen sowie die Betriebs- und Unterhaltskosten über den ganzen Lebenszyklus möglichst tief halten.

Auf Basis der durchgeführten Analysen zu der Entwicklung der Schülerzahlen, dem Zustand der Gebäude, der bestehenden Infrastruktur und der heutigen Nutzung prüfte der Gemeinderat verschiedene Varianten. 2022 fällte er den Grundsatzentscheid, die Oberstufe in der Schönau zusammenzulegen und an den Kindergärten und Primarschule bis zum 4. Schuljahr an den Quartierschulhäusern festzuhalten. Die Anlage Schönau ist gross und zentral gelegen – und deshalb für eine Zusammenlegung der Oberstufe prädestiniert. Dieses Szenario diskutierten verschiedene Anspruchsgruppen in mehreren Dialogräumen. Eine erste Machbarkeitsstudie bestätigte 2024 die Umsetzbarkeit des Vorhabens.

Massgebend für die Festlegung der Anzahl Klassen sind das Volksschulgesetz (vom 19. März 1992, Stand 1. August 2017), die Volksschulverordnung (vom 10. Januar 2013, Stand 1. August 2013) und die Richtlinien für Schülerzahlen (Stand 1. September 2013). Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben haben kommunale Behörden oder Schulleitungen nur beschränkt Einfluss auf die Klassengrössen und die Anzahl der zu führenden Klassen. Gemäss kantonalen Vorgaben ist folgende Zielgrösse anzustreben: im Kindergarten der Durchschnitt von 18 Kindern pro Klasse und von der 1. bis zur 9. Klasse der Durchschnitt von 21 Schülerinnen und Schülern pro Klasse. Die Bandbreite der minimalen und maximalen Schülerzahlen pro Klasse liegt bei 15 bis 27 Schülerinnen und Schülern. Der Gemeinderat legt die Anzahl Klassen und die Klassengrössen jährlich fest.

Der Bedarf an Schulraum ist grundsätzlich anerkannt – davon zeugen die durchwegs erfolgreichen verlaufenen Abstimmungen über Schulprojekte in den vergangenen 20 Jahren.

Auf Basis umfangreicher Standortanalysen und der 2021 verabschiedeten Bildungsstrategie entschied sich der Gemeinderat 2022 für das Modell mit einem Oberstufen-Standort. Heute ist die Oberstufe einheitlich organisiert, aber auf zwei Standorte verteilt und mit der Mittelstufe gemischt. Das angestrebte Modell lässt sich mit der zentral gelegenen und grossen Schulanlage Schönau umsetzen. Zu diesem Ergebnis kam auch eine 2024 durchgeführte Machbarkeitsstudie: Am heutigen Standort Schönau ist eine Zusammenführung der Oberstufenklassen möglich. Konkret: Der Raumbedarf für 24 Klassenzimmer, Gruppen- und Fachräume, zusätzliche Zimmer für Lehrpersonen, Aufenthaltsräume und eine Aula liesse sich in der Schönau grundsätzlich realisieren. Am 14. März 2025 genehmigte der Grosse Gemeinderat einen Verpflichtungskredit für ein qualitätssicherndes Verfahren und die Vorprojektphase von 1'133'600 Franken; Mitte 2025 startete ein Studienauftrag, um die baulich und organisatorisch beste Lösung für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Oberstufe Schönau zu finden. Daran nahmen drei Teams teil, im Januar 2026 ging das Projekt «Mosaik» des Planungsteams um Brügger Architekten (Thun) und Studio Lima (Bern) als Sieger hervor.

Mit Berücksichtigung der Bauzonenkapazitäten und möglichen Siedlungs-entwicklungen im Einzugsgebiet des Schulraums Steffisburg wäre davon auszugehen, dass die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 weiterhin ansteigen wird. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die Anzahl an Schülerinnen und Schülern dementsprechend leicht ansteigt, allerdings mit einem immer kleineren Prozentsatz im Verhältnis zu den Einwohnern.

Die Gemeinde Steffisburg führt an insgesamt zehn Standorten (Stand Schuljahr 2025/26) 15 Kindergärten , 43 Klassen der Primarschule zuzüglich je eine Klasse für besondere Förderung und Integration und 20 Klassen der  Sekundarstufe I. Die 20 Klassen der Oberstufe (7.bis 9. Klasse) und je eine Klasse für besondere Förderung und Integration verteilen sich derzeit auf zwei Standorte: auf die Oberstufe Schönau und die Oberstufe Zulg. An beiden Standorten befinden sich derzeit zudem eine Primarschule mit je fünf Klassen des 5. und 6. Schuljahres. 

Die Schulraumplanung ist in der Gemeinde seit Jahren ein zentrales Thema. Der Gemeinderat erkannte, dass es Massnahmen wegen des Zustands der Schulanlagen und des gestiegenen Raumbedarfs braucht, um die veränderten Anforderungen an Lehr- und Lernformen zu erfüllen. Deshalb lancierte er eine strategische Schulraumplanung. Der nächste Schritt besteht in der Entwicklung der Schulanlage Schönau, weil die Gemeinde das Ziel hat, die Oberstufe an einem Ort zusammenzuführen. Sie soll Platz bieten für 22 Klassen mit je rund 21 Schülerinnen und Schülern und für je eine Klasse für besondere Förderung und Integration mit je rund 10 Lernenden.

Schönau

Die Fassadengestaltung wird sorgfältig weiterentwickelt. Dabei geht es um den Ausdruck der einzelnen Gebäude, also keine allzu starke Vereinheitlichung der Fassaden, um konstruktive Fragen wie Sonnenschutz und öffenbare Fenster und um den Umgang mit dem bestehenden Wandbild an der Ostseite der Fassade von Schönau I, einem charakteristischen Element aus der Entstehungszeit. Auch die sichere und unproblematische Ausgestaltung der Dachnutzung wird im weiteren Planungsprozess konkretisiert, damit diese Lernorte im Schulalltag sinnvoll und bedenkenlos funktionieren. Schliesslich werden Bauablauf, Etappierung und der Bedarf von Provisorien präzisiert. Angestrebt werden weiterhin ein gut organisierter Bau unter laufendem Schulbetrieb und ein wirtschaftlich tragfähiges Gesamtprojekt.

Die nutzbaren Dachflächen betreffen Schönau II und den Neubau Schönau III. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt in der nächsten Projektphase. Denkbar sind zusätzliche Unterrichts- und Aufenthaltsorte im Freien, etwa in Form von «grünen Klassenzimmern», Freiluft-Lernräumen oder Pausenbereichen. Ob und wie intensiv diese Flächen im Schulalltag genutzt werden, hängt von Zugänglichkeit, Witterung und organisatorischer Einbindung ab. Die sichere und sinnvolle Ausgestaltung wird im weiteren Planungsprozess konkretisiert.

Das Beurteilungsgremium hat das Projekt «Mosaik» trotz der ungenügenden Tageslichtsituation im Untergeschoss zur Weiterbearbeitung empfohlen, weil es diese Problematik als behebbare Herausforderung erachtet. Im nächsten Planungsschritt wird eine geeignete Lösung zur Verbesserung der Belichtung erarbeitet. Mögliche Ansätze sind die Optimierung der Lichtschächte, der Einsatz von Lichtlenkungssystemen und eine verbesserte künstliche Beleuchtung.

In der nächsten Projektphase erfolgt die Vertiefung. Dabei geht es um Fragen der Ausgestaltung, Nutzung und Detailplanung. Die Einbindung der Nutzenden sowie weiterer Interessengruppen ist ausdrücklich vorgesehen, namentlich betreffend Aussenraum. Die Art und Weise der Partizipation ist aber noch nicht definiert. Das Projekt durchläuft die ordentlichen politischen Verfahren. Die Bevölkerung wird zum gegebenen Zeitpunkt an der Urne abstimmen, über das Projekt und den Kredit, sobald Klarheit herrscht betreffend Folgekosten. Bei der Vorbereitung des Studienauftrags hatte die Kerngruppe Bildung aktiv mitgewirkt. Zu den wichtigsten Grundlagen des Projektes zählt das Richtraumprogramm, das die Kerngruppe Bildung mit Einbezug beider Oberstufenkollegien diskutiert, geprüft und ergänzt hatte.

Planung und Bau der Anlage sind über einen Zeitraum von rund fünf Jahren vorgesehen. Ein konkreter Termin für den Baustart steht noch nicht fest. Unter der Voraussetzung, dass die weiteren Schritte betreffend Planung, politische Entscheide und Baugenehmigung reibungslos verlaufen, erscheint realistisch, dass die Bauarbeiten 2028 beginnen.

Mit dem Studienauftrag war auch die Art der Total- und Teilsanierung zu klären. Es ging um die Frage, ob die zusätzlich benötigten Räume durch Anbauten, Aufstockungen oder teilweise Neubauten geschaffen werden sollen. Der heutige Spezialtrakt erreicht das Ende seines Lebenszyklus. Das Beurteilungsgremium erachtet einen Neubau als notwendig, weil die bestehenden Strukturen grundlegende Mängel aufweisen, etwa bei Raumaufteilung und technischer Infrastruktur, die eine Sanierung nur unzureichend beheben würde. Schönau III bietet flexible, effizient nutzbare Grundrisse für unterschiedliche Unterrichtsformen, vom klassischen Frontalunterricht über Gruppenarbeiten bis zum projektorientierten Arbeiten in offenen Lernlandschaften. Die Struktur schafft gute Voraussetzungen für einen zukunftsfähigen Schulbetrieb. Eine Sanierung des Spezialtrakts mit konsequenter Anpassung an heutige und künftige Anforderungen würde unverhältnismässige Eingriffe erfordern, mit unsicherem Ergebnis.

Sie war nicht Teil des Studienauftrags und bleibt in der bisherigen Form erhalten.

Das Siegerprojekt vom Planungsteam um Brügger Architekten (Thun) und Studio Lima (Bern) stärkt die Schulanlage Schönau mit einer klaren räumlichen Idee und einer funktional überzeugenden Struktur. Neben der Sanierung sieht das Projekt «Mosaik» Teilsanierungen von Schönau I (Baujahr 1959), Schönau II (1970) sowie Aula vor und einen Neubau. Das neue Gebäude «Schönau III» ersetzt den bisherigen Spezialtrakt. Im Vergleich mit dem Spezialtrakt wird Schönau III südlich verschoben, was im Zentrum der Anlage mehr Raum gibt für einen grosszügigen Schulhausplatz mit identitätsstiftendem Charakter. Dieser Platz bietet etliche Bewegungs- und Spielmöglichkeiten. Weitere Aufenthalts- und Lernorte sind auf Dachflächen von Schönau II und Schönau III vorgesehen. Das Areal wird zudem durchgehend hindernisfrei gestaltet.

Das Projekt verbindet Neubau und sorgfältige Erneuerung des Bestands mit einem überzeugten Nachhaltigkeitsanspruch. Die bestehenden Gebäude Schönau I, Schönau II und die Aula werden gezielt modernisiert. Dieser Ansatz bewahrt einen grossen Teil der bereits gebundenen grauen Energie. Beim Rückbau des Spezialtrakts prüft das Planungsteam systematisch, welche Bauteile für eine Wiederverwendung im Neubau oder bei der Sanierung geeignet sind. Diese Re-Use-Strategie senkt den Ressourcenverbrauch, unterstreicht den ökologischen Anspruch des Projekts und stärkt die Verbindung zwischen Bestand und Neubau. Die Reduktion des ökologischen Fussabdrucks zeigt nicht zuletzt auch den Nutzenden, was es heisst, respektvoll mit vorhandenen Materialien umzugehen. Der Neubau folgt einer kompakten Bauweise mit effizienten Grundrissen. Das Projekt nutzt Fernwärme für Heizung und Warmwasser und sieht auf geeigneten Dachflächen Photovoltaikanlagen vor.

Das Beurteilungsgremium befasste sich eingehend mit dem durch den Rückbau verbundenen Verlust grauer Energie, kam aber zum Schluss, dass die langfristige funktionale und energetische Qualität des Gesamtkonzepts überwiegt. Die Gemeinde als Auftraggeberin legt grossen Wert auf eine verantwortungsvolle Nutzung der Ressourcen. Wie beim Entscheid zum Neubau wird sie auch bei der Auswahl der Baumaterialien und -methoden ein grosses Augenmerk auf Nachhaltigkeit legen, um die kommunalen Klimaziele zu erreichen.

Die Gemeinde Steffisburg lancierte im Juni 2025 einen Studienauftrag. Zuvor hatte der Grosse Gemeinderat den Planungskredit bewilligt und im Rahmen der Schulraumplanung die Zentralisierung der Oberstufe am Standort Schönau beschlossen. Im Rahmen einer Präqualifikation wählte das Beurteilungsgremium, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde und der Schule sowie externen Fachpersonen, drei Planungsteams aus, die bis Ende 2025 Projektstudien erarbeiteten. Das Verfahren umfasste unter anderem ein Startkolloquium und eine Zwischenbesprechung mit Rückmeldungen des Gremiums. Am 14. Januar 2026 empfahl das Beurteilungsgremium einstimmig das Projekt «Mosaik» zur Weiterbearbeitung. «Mosaik» stammt vom Team um Brügger Architekten (Thun) und Studio Lima (Bern). Es überzeugte die Jury gleichermassen mit der klaren räumlichen Setzung und mit der Einbindung in den bestehenden Kontext.

Die Realisierung erfolgt etappiert. Zuerst wird ein temporäres Provisorium erstellt, das während Rück- und Neubau die Funktionen des heutigen Spezialtrakts übernimmt und die Weiterführung des Unterrichts sicherstellt. Danach folgen der Rückbau des Spezialtrakts und der Neubau von Schönau III. Nach Fertigstellung und Bezug von Schönau III werden die bestehenden Gebäude Schönau I, Aula und Schönau II in klar definierten Bauabschnitten saniert. Der Ablauf wird in der nächsten Projektphase konkretisiert. Ziel bleibt eine Umsetzung, die den Schulbetrieb während der Bauzeit so gut und so sicher wie möglich gewährleistet.

Die Kostenschätzungen aus der Machbarkeitsstudie 2024 prognostizierten eine Gesamtinvestition von rund 35 Millionen Franken inklusive Nebenkosten und Mehrwertsteuer. Nicht enthalten waren darin die Kosten für allfällige Provisorien. Von den drei Beiträgen aus dem Studienauftrag weist das Siegerprojekt sowohl die grösste Geschossfläche als auch den höchsten Neubauanteil auf, was entsprechend höhere Erstellungs-, Unterhalts- und Betriebskosten zur Folge hat. Dennoch liegt das Projekt unter dem vorgegebenen Kostendach. Die bisher nicht einkalkulierten Ausgaben für das Provisorium werden in die weitere Planung und Budgetierung einbezogen, mit besonderem Augenmerk auf eine wirtschaftlich tragfähige Lösung.

Es mangelt namentlich an mehreren Gruppen- und Fachräumen, die im Raumangebot einer zeitgemässen Schule nicht fehlen dürfen. Aktuell führt die Gemeinde 20 Oberstufenklassen, mit der Erweiterung der Schulanlage Schönau wäre Platz für 22 Klassen vorhanden.

Das Siegerprojekt sieht rund 240 Velo- und 5 Autoabstellplätze vor. Weitere Parkmöglichkeiten für den motorisierten Individualverkehr bieten sich in der Tiefgarage der benachbarten neuen Dreifach-Turnhalle. Ein grosser Teil der Veloparkierung ist gedeckt und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Hauptzugängen der Anlage. Sie dient auch als Abstellfläche für Mofas. Die genaue Ausgestaltung und Zuordnung wird in der nächsten Projektphase weiter konkretisiert.

Im Zentrum entsteht der grosszügige, von Bäumen begleitete Schulhausplatz. Damit erhält der Aussenraum eine klare Mitte, die Orientierung schafft, den Charakter der Anlage stärkt und Raum bietet für Begegnung und Bewegung, für Pause und Rückzug. Das Schulareal ist durchwegs barrierefrei, zudem haben die Nutzenden die Möglichkeit, witterungsgeschützt von Gebäude zu Gebäude zu gelangen. Teile des Areals werden entsiegelt und ökologisch aufgewertet. Die Bäume verbessern nicht nur das Mikroklima, sondern schaffen auch Schattenplätze für Aufenthalt und Unterricht im Freien. Das Oberflächenwasser versickert nach dem Prinzip der «Schwammstadt» möglichst vor Ort und kommt der Vegetation auf dem Areal zugute. So entsteht ein Aussenraum, der attraktive Aufenthaltsorte, ökologische Aufwertung und einen funktionierenden Schulalltag verbindet.

Finanzen

Ja, die Bevölkerung wird zum gegebenen Zeitpunkt an der Urne abstimmen: über das Projekt und den Kredit, sobald Klarheit betreffend den Folgekosten herrscht. 

Nach gründlicher Prüfung und der Ausarbeitung des Finanzplans 2025-2029 hält der Gemeinderat das Projekt für finanziell tragbar. Der Finanzplan sieht keine Steuererhöhung vor, die geplanten Investitionen erhöhen jedoch allenfalls die Verschuldung der Gemeinde.

Auf dem Schönau-Areal sind keine Desinvestitionen von bisherigen Bauten möglich. Die Gemeinde Steffisburg verkauft überdies kein Land, um die Entwicklung des Schönau-Areals zu finanzieren. Der Gemeinderat verfolgt derzeit grundsätzlich die Strategie, dass sie – wenn überhaupt - Land ausschliesslich im Baurecht abgibt und nicht verkauft.

Im Finanzplan 2025–2029 sind für das Projekt «Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Oberstufe Schönau» 28,5 Millionen Franken reserviert und im Jahr 2030 zusätzliche 12 Millionen Franken. Je nach Projektentwicklung können sich die Zahlen aus dem Finanzplan jährlich verändern oder zeitlich verschieben.

Solche Vergleiche sind generell schwierig anzustellen, insbesondere in diesem Stadium, noch vor dem Studienauftrag – aber auch generell, weil die eine Schulanlage vielleicht komplett erneuert wird und eine andere womöglich aus dem Bestand heraus saniert wird. Der Gemeinderat von Steffisburg ist bestrebt, die Kosten im massvollen Rahmen zu halten und kein Luxusobjekt zu bauen. Er hat bewusst eine externe, mit Schulhaus-Projekten erfahrene Bauherrenbegleitung mandatiert, weil die Gemeinde kaum Erfahrung mit Schulbau-Projekten dieser Grössenordnung hat.

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Steffisburg steht heute finanziell gut da und ist schuldenfrei. Es stehen aber mehrere grosse und teure Schulprojekte an, die die finanzielle Situation der Gemeinde beeinflussen werden.

Die geplanten Sanierungs- und Umbaumassnahmen der Schulanlage Schönau zu einer Oberstufenschule stellt für die Gemeinde Steffisburg eine wichtige, aber auch grosse Investition in die Zukunft dar. Die Kostenschätzungen aus der Machbarkeitsstudie 2024 prognostizieren eine Gesamtinvestition von rund 35 Millionen Franken inklusive Nebenkosten und Mehrwertsteuer. Das Siegerprojekt aus dem Studienauftrag liegt unter dem vorgegebenen Kostendach, obschon es von den drei Beiträgen sowohl die grösste Geschossfläche als auch den höchsten Neubauanteil aufweist. Nicht enthalten sind in diesem Betrag die Kosten für allfällige Provisorien, Bauherrenleistungen, Verfahrenskosten und mögliche Massnahmen an der Turnhalle (die allerdings nicht Teil des Studienauftrags war). In der heute noch frühen Phase der Planung geht man von einer Kostengenauigkeit von +/- 30 Prozent aus.